Muskulatur
Unter Muskulatur versteht man das eigentliche "Fleisch" am Körper. Die Muskulatur hat die besondere Eigenschaft, sich verkürzen zu können. Im allgemeinen gleicht die Muskelzelle den übrigen Zellen, hat jedoch die Besonderheit einer hohen Konzentration an Myofybrillen. Diese feinen, faserartigen Strukturen enthalten Myosin, die sich bei Erregung der Muskelfasern zusammenziehen.
Je nach Bau und Funktion wird unterschieden zwischen:
- Quergestreifter Muskulatur
Skelettmuskulatur, willkürlich gesteuert, hohe Leistung, ermüdet rasch - Glatte Muskulatur
Eingweide, Gefäßmuskulatur, unwillkürlich gesteuert, ausdauernde Leistung, ermüdet nicht - Herzmuskulatur
Sonderform, vereint die guten Eigenschaften beider Muskelarten, unwillkürlich, ausdauernde Leistung, ermüdet nicht
Die Muskelfunktion wird durch das Nervensystem gesteuert.
Die Muskulatur ist der aktive Bewegungsapparat.
Das Skelett ist der passive Bewegungsapparat.
Aufbau
Die Baueinheit eines Muskels ist die Muskelzelle oder Muskelfaser. An ihren Enden geht sie durch die Bindegewebshülle in die Sehne über. Muskelzellen können bis zu 30cm lang werden und sind zwischen den Sehnen parallel zueinander angeordnet, sodass sich die Konktaktionskräfter der Einselfasern addieren.
Meistens enden Muskelfasern nicht direkt am Knochen, sondern setzen mittels eines festen, faserreichen Bindegwebes, der Sehne, am Knochen an. Zwischen Ursprungssehne proximal und Ansatzsehen distal spannen sich eine Vielzahl von Muskelfasern: der Muskelbauch, der von der Faszie, einer Bindegewebshülle, umgeben ist.
Die Wirkung eines Muskels ergibt sich aus dem Faserverlauf in Bezug auf die Gelenksachse. Ensprechend der drei möglichen Gelenksachsen werden folgende Gruppen unterschieden:
- Beuger & Strecker: Flexoren & Extensoren
- Beizieher & Wegspreizer: Adductor & Abductor
- Innen & Außendreher: Innen & Außenrotator
Die Muskelkraft ist abhängig von der Zahl der konrahierten Muskelfasern und vom Hebelgesetz. Bei einer Bewegung sind immer mehrere Muskeln involviert, wobei man bei gegenüberliegenden Muskeln, bei denen der Eine kontrahiert und der Andere streckt von Antagonist und Agonist spricht.
Sehnen
Die Muskelsehnen bestehen aus Bindegewebe und stellen die Verbindung zwischen Muskel und Knochen her. Die Gleitstellen der Sehen über den Knochen werden von Schleimbeuteln ausgekleidet. Die Sehnen selbst sind meistens von Führungsrohren, den Sehnenscheiden, umgeben.
Farbe
Die rote Farbe des Muskels wird durch das Myoglobin hervorgerufen. Er ist ein Sauerstoffspeicher, der die Durchblutung des Muskels gewährleistet.
Tonus
Die Muskeln befinden sich befinden sich in einem aktiven Spannungszustand, der im Skelettmuskel durch einen schwachen, aber stetigen Erregungsstrom aufrechterhalten wird. Selbst in der Ruhe besitzt ein Muskel eine bestimmte Eigenspannung, auch Ruhetonus bezeichnet.
Ein fehlender Muskeltonus wird Schlaffe Lähmung genannt, Muskelspannung bei gleichzeitiger Unbeweglichkeit eine Spastische Lähmung.

Besondere Zustände
Starke Schädigung des Muskelgewebes durch Verletzungfen entwickeln eine bindegewebige Narbe. Die Regenerationsfähigkeit des Muskelgewebes ist gering.
Muskelschwund
Bei geringer Beanspruchung des Muskels oder bei Verletzungen der die Muskeln versorgenden Nerven kommt es zur Atrophie.
Muskelzuwachs
Bei starker Muskeltätigkeit verdicken einzelne Muskelfasern und es kommt zur Hypertrophie.
Muskelkater
Nach anstrengender und ungewohnter körperlicher Arbeit entstehen kleinste Verletzungen im Muskel, die auch durch Operationen oder Muskelkrämpfen entstehen können.
Muskelkrampf
Unter Muskelkontraktur verstehen man eine meist reversible, länger dauernde Verkürzung eines Muskels. Sind die Konrakturen irreversibel, spricht man von Muskelstarre.