Meridiane

In der Vorstellung der TCM ist der Körper von einem Geflecht aus Leitbahnen überzogen, die Qi befördern und ohne die Leben nicht möglich wäre. Mit Ausnahme des Dreifacherwärmers ist jeder der zwölf Meridiane einem Organ zugewiesen und beeinflusst dessen Funktionsfähigkeit.

Die Meridiane gliedern sich in jeweils sechs Paare mit jeweils einem Yin und einem Yang Anteil. Hohlorgane werden eher Yang zugeschrieben - gewebegefüllte Organe eher Yin. Sie sind für die sechs Basisfunktionen bzw. zwölf Hauptfunktionen verantwortlich.

Meridian Element Aspekt Basisfunktion Hauptfunktion
Leber Holz Yin Entscheidung Speicherung
Gallenblase Yang Verteilung
Nieren Wasser Yin Wasserhaushalt Vitalität
Blase Yang Reinigung der Essenz
Herz Feuer Yin Bewusstsein Integration
Dünndarm Yang Umwandlung
Herzkonstriktor Feuer Yin Regulation Zirkulation
Dreifacherwärmer Yang Schutz
Milz Erde Yin Assimilation Nahrungsaufnahme
Magen Yang Verdauung
Lunge Metall Yin Übertragung Austausch
Dickdarm Yang Ausscheidung

Hauptmeridiane

Die Meridiane verlaufen auf den Innen- bzw. Aussenseiten der Gliedmaßen.

Position Apekt 1 2 3
Arm Innenseite Yin Lunge Herz Herzkonstriktor
Arm Außenseite Yang Dickdarm Dünndarm Dreifacherwärmer
Bein Innenseite Yin Leber Milz Nieren
Bein Außenseite Yang Gallenblase Magen Blase

Gruppierungen

Die Meridiane werden drei Funtkionsgruppen zugeordnet.

Interaktion

Lunge und Dickdarm kontrollieren den Austausch von Qi und die Ausscheidung.
Herzkonstriktor regelt den Herzkreislauf und die Zirkulation von Blut und Qi.
Der Dreifacherwärmer sorgt für Schutz.

Sie interagieren mit der äußeren Umgebung.

Körperstruktur

Milz und Magen korrespondieren mit der Nahrungsaufnahme und der Verdauung.
Leber und Gallenblase die Speicherung und Verteilung von Energie und Nährstoffen kontrollieren.

Sie halten die inneren und äußeren Körperstrukturen aufrecht und wirken in Verbindung mit Bewegung.

Funktionsfähigkeit

Herz und Dünndarm sind für Integration und Umwandlung verantwortlich.
Nieren und Blase den Grad der Vitalität beeinflussen und die Essenz reinigen.

Sie koordinieren die Funktionsfähigkeit verschiedener Organe.

Meridianumlauf

Jeweils zwei aufeinanderfolgende Meridianpaare, eines im Armbereich, das andere im Beinbereich bilden einen weiteren, umfassenden Zusammenhang - den Meridianumlauf.

Der Meridianumlauf gliedert sich in drei kleinere Umläufe:

1. Umlauf

Lunge > Hand > Dickdarm > Kopf > Magen > Fuß > Milz > Brust > Lunge

Verbindung zum 2. Umlauf von Milz zu Herz

2. Umlauf

Herz > Hand > Dünndarm > Kopf > Blase > Fuß > Nieren > Brust > Herz

Verbindung zum 3. Umlauf von Nieren zu Herzkonstriktor

3. Umlauf

Herzkonstriktor > Hand > Dreifacherwärmer > Kopf > Gallenblase > Fuß > Leber > Brust > Herzkonstriktor

Verbindung zum 1. Umlauf von Leber zu Lunge

Weitere Meridiane

8 Außergewöhnliche Meridiane

Haben ihren Ursprung im Beckenraum und eine enge Beziehung zum Funktionskreis der Niere. Werden über die Punkte der Hauptmeridiane beeinflusst.

12 Verbindungsgefäße

Abzweigungen der zwölf Hauptmeridiane, die mit den inneren Organen kommunizieren und Beziehungen zwischen Körperoberfläche und Körperinnerem verstärken. Werden durch die Luo Punkte an den Hauptmeridianen beeinflusst.

12 Tendinomuskuläre Meridiane

Auch Passagen genannt. Regeln die FUnktionen und Beziehungen des Bewegungsapparates und haben eine enge Verbindung zu Muskeln und Sehnen im Verlauf der Hauptmeridiane.

12 Hautregionen

Sie sind die regionalen Segment an der Körperoberfläche nach dem Verlauf der zwölf Passagen. Sie bringen das Abwehr-Qi von den Hauptmeridianen in die Haut und bilden die oberste Schicht pathologischer Einflüsse.

Weitere Meridiane

Es gibt eine Vielzahl an weiteren Meridianen, die für unterschiedlichste Energiequalitäten am Körper representativ sind. z.B.:

Insgesamt kommen z.B. auf die Arminnenseite von Hand bis zum Ellbogengelengt ungefähr 84 Meridiane, die grob feststellbar sind, dazu kommen noch weitere, die in feineren Bereichen liegen.

Die Summe der Meridiane wird durch die energetischen Wirkweisen des Lebens selbst hervorgerufen und bildet so Kondensationsstufen aus, die den menschlichen Körper formen und eine energetische Gesamtkomposition kreieren, die den Menschen und alles Seiende auszeichnet.


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